Thema Vitamin D – Vorwort

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Thema Vitamin D – Vorwort

Warum ich als Hausarzt viele meiner Patienten zukünftig auf das Thema Vitamin D anspreche.

Bis vor kurzem war das Thema Vitamin D ein blinder Fleck bei mir. Im Studium hatten wir gelernt, dass Vitamin D zur Rachitis-Prophylaxe bei Säuglingen und zur Osteoporose-Propyhlaxe bei alten Menschen geben werden soll, also im Wesentlichen ein Stoff, der mit der Knochengesundheit zusammenhängt, weil er im Calcium-Stoffwechsel beteiligt ist.

Dass aber Vitamin D ein Hormon ist (ein Steroidhormon, ählich wie beispielsweise Cortison, Östrogren oder Testosteron) das war mir nicht mehr bewußt. Und dass Vitamin D wegen seiner Eigenschaft als Hormon sehr viel mehr Wirkungen im Körper hat, als nur die Mineralisation des Knochens, das war mir auch nicht bekannt. Auf einer Fortbildung zu Diabetes mellitus vor drei Wochen wurde ich auf das Thema aufmerksam.

Wenn Sie im Internet zum Thema Vitamin D recherchieren, kommen Sie zu vielen widersprechenden Informationen.

Manche bezeichnen Vitamin D als Wunderstoff, der vor Krebs, Diabetes mellitus, Multipler Sklerose, Herzerkrankungen und vielem mehr schützen soll.

Andere sind skeptisch und sagen, dass die Beobachtungen von niedrigen Vitamin-D-Spiegeln bei vielen Erkrankungen nur Folge oder Nebeneffekt, nicht aber eine Ursache der Erkrankung seien.

Als mündiger Patient informieren Sie sich im Internet über Gesundheitsthemen, und das ist auch gut so. Nur – wie soll man die widersprüchlichen Informationen bewerten?

Hier sind einige Quellen mit pro und contra Einschätzungen:

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sowie das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) empfehlen im Wesentlichen: Ausgewogene Ernährung, viel Bewegung/Sport, viel “Sonne tanken” Vor der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten wird eher abgeraten.
http://www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_vitamin_d-131898.html

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie ist ebenfalls zurückhaltend, was die Vitamin-D-Bestimmung und Vitamin-D-Gabe bei Erkrankungen “ausserhalb des muskuloskeletalen Bereichs” betrifft.
http://www.endokrinologie.net/presse_120125.php

In der Presse finden Sie auch eine Menge Artikel zu dem Thema, beispielsweise bei spiegel-online: http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/a-870828.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=

Eine Quelle, die deutlich weniger zurückhaltend in der positiven Bewertung des Vitamin D ist, findet sich unter dem klingenden Namen www.vitamindelta.de
Als ich das erste Mal auf diese Seite stieß, dachte ich, wo bin ich denn hier gelandet? Ich war sehr skeptisch, weil die Aufmachung und der Stil mich vermuten liessen, hier werde von Pharma-Seite kräftig Werbung für ein Produkt gemacht. Aber beim längeren Lesen der dort verfügbaren Informationen bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass diese Quelle für meine hausärztliche Praxis sehr viel nützlicher ist, als die oben aufgeführten offiziellen Empfehlungen. Warum? Weil der Autor (Dr. Raimund von Helden) selber Hausarzt ist und aus seiner eigenen Praxistätigkeit berichten kann. Die zahlreichen konkreten Fallbeispiele von Patienten mit ausgeprägtem Vitamin-D-Mangel sowie die beeindruckende Heilung bzw. Linderung ihrer Beschwerden durch Vitamin-D-Therapie sind aus hausärztlicher Sicht absolut nachvollziehbar. Aus universitärer Sicht mag das vielleicht anders gesehen werden, aber das könnte daran liegen, dass sich die Patientenkollektive in der Hausarztpraxis von denen in der Universitätsklinik unterscheiden.

Mein Fazit:

Wenn ein Patient/eine Patientin zu mir kommt mit Beschwerden, die auf einen Vitamin-D-Mangel hindeuten, dann werde ich, sofern die gründliche Anamnese und Untersuchung mich nicht etwas anderes vermuten lassen, die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels empfehlen, und im Falle eines nachgewiesenen Mangels diesen therapieren.

Fortsetzung folgt (Vitamin-D-Mangel was ist damit gemeint?)

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