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was tun, wenn die Nase verstopft ist

Was tun, wenn die Nase nicht frei ist, sondern verstopft… …akut, oder chronisch? Viele greifen zu Nasensprays, die kurzfristig die Nase frei machen (Xylometazolin oder ähnliches) Das Problem dabei: es entsteht ein Pingpong-Effekt, ein Teufelskreis und am Ende Nasenspraysucht.

Paar Stunden Wirkung, (Schleimhäute abgeschwollen) – dann Nase wieder zu (Schleimhäute geschwollen) – Nasenspray, Nase wieder frei, für ein paar Stunden – Nase wieder zu – Nasenspray, etc.

Nasenspraysucht schädigt zudem die Schleimhäute. Etwas besser geeignet, auch nur vorübergehend, aber immerhin für etwas längere Zeit, ohne Suchtproblematik sind Cortison-Nasensprays und/oder Antihistaminika. Hierzu wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt 🙂

Doch es gibt noch zwei weitere, und zwar nicht medikamentöse Möglichkeiten, die ich kurz erklären und wärmstens empfehlen möchte:

“Nase-frei”-Technik

Summen bei Sinusitis

Warum genau diese Techniken funktionieren, hat meines Wissens noch niemand untersucht (wissenschaftliche Veröffentlichungen habe ich lediglich für das Summen gefunden). Aber möglicherweise spielt das in der Nase gebildete NO dabei die entscheidende Rolle.

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Summen bei Sinusitis

Eine der erstaunlichen und wichtigen Funktionen der Nase ist die Bildung von Stickstoffmonoxid NO. Durch Summen kann diese NO-Produktion auf bis das 20-fache gesteigert werden. Vermutlich spielt dies eine Rolle bei der Wirksamkeit der folgenden Methode.

Man summt einfach durch die Nase. Der Mund ist dabei geschlossen, man erzeugt einen Ton und lässt dabei die Luft durch die Nase heraus. Das nennt man Summen.

Ob man dabei einfach ein Lied summt oder bei einer bestimmten Tonhöhe, Frequenz summt, spielt vielleicht gar nicht so eine große Rolle. In dem unten aufgeführten publizierten Fallbericht ist die Rede von einer niedrigen Tonhöhe. Ich vermute, dass die Tonhöhe aber individuell unterschiedlich ist bei jedem Menschen. Deswegen würde ich empfehlen, einfach ausprobieren. Und wie oft soll man das machen? Antwort: Immer wieder mal. Je öfter, desto besser. Bei hartnäckigen chronischen Fällen wie in dem unten aufgeführten Fallbericht vier mal am Tag 100 mal Summen. Das ist schon eine Menge Zeitinvestition, aber wenn es sich lohnt, warum nicht investieren?

Ein Fallbericht über die erfolgreiche Therapie mit Summen bei chronischer Sinusitis findet sich hier:

Fallbericht bei PubMed:
Marple et al. Strong humming for one hour daily to terminate chronic rhinosinusitis in four days: a case report and hypothesis for action by stimulation of endogenous nasal nitric oxide production
Med Hypotheses 2006;66(4):851-4.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16406689/

Dort heißt es

Zitat aus dem abstract:
This case report shows that a subject hummed strongly at a low pitch (approximately 130 Hz) for 1h (18 hums per minute) at bedtime the first night, and hummed 60-120 times 4 times a day for the following 4 days as treatment for severe CRS. The humming technique was described as being one that maximally increased intranasal vibrations, but less than that required to produce dizziness.

Übersetzung:
Dieser Fallbericht zeigt, dass ein Proband in der ersten Nacht vor dem Schlafengehen 1 Stunde lang (18 mal Brummen pro Minute) stark in einer niedrigen Tonhöhe (ca. 130 Hz) summte und in den folgenden 4 Tagen 60-120 Mal 4 Mal täglich zur Behandlung einer schweren chronischen Sinusitis summte. Die Brummtechnik wurde als eine Technik beschrieben, die die intranasalen Schwingungen maximal erhöhte, aber weniger als erforderlich, um Schwindel zu erzeugen.

Es gibt ein Video auf youtube, welches das ganz gut erklärt.
https://www.youtube.com/watch?v=TAng6fg-kRA
Allerdings ist die dort verwendete Tonhöhe nicht so wie in dem Fallbericht. 130 Hz ist deutlich tiefer. Ein Beispiel für diese Tonhöhe habe ich hier verlinkt:https://www.audiocutter.org/de/tone-generator?frequency=130&volume=0.41&duration=11.6&waveform=sine

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Nase-frei-Technik

Wie es durchgeführt wird

  • Durch die Nase einatmen,
  • durch die Nase ausatmen,
  • Nase zuhalten, mit dem Kopf wackeln. So lange, bis man deutlichen Lufthunger verspürt.
  • Dann die Nase wieder frei lassen und
  • Luft durch die Nase einatmen und
  • wieder auch durch die Nase ausatmen.
  • Weiter durch die Nase einatmen und ausatmen, bis sich die Atmung wieder beruhigt hat, für ein bis zwei Minuten. Ruhig atmen,
  • dann das Ganze wiederholen.
  • Dieses insgesamt 5 bis 6 Mal durchführen. Und in 90% der Fälle sollte die Nasenatmung viel besser und freier sein.

Hintergrund-Infos und Links im Internet

Zum allerersten Mal habe ich von dieser Technik gelesen in dem Buch von Ralf Skuban Die Buteyko-Methode. Bei meinen weiteren Recherchen habe ich mehrere Erklärvideos auf YouTube dazu gefunden und auch eine gute Erklärung auf Englisch auf der Internetseite von Patrick McKweon

https://www.youtube.com/watch?v=fTATJwnJrM4&pp=ygURYnV0ZXlrbyBuYXNlIGZyZWk%3D
Volker und Don von JustBreath
4 min 01

https://www.youtube.com/watch?v=mew6C2HalQ0&pp=ygURYnV0ZXlrbyBuYXNlIGZyZWk%3D
Judith Baumgarten
3:38

Detailliert erklärt ist der ganze Hintergrund dieser Methode in einem englischsprachigen Video, das leider keine gute Sprachqualität hat, aber von dem Fachwissen die besten Informationen beinhaltet. Ich habe es ebenfalls beigefügt. Es stammt von der Internetseite der Buteyko-Klinik, wo umfassende Informationen zu der Thematik Gesundes Atmen finden sind.

https://www.youtube.com/watch?v=4lqFwezr9uA
Patrick McKeown ButeykoClinic Podcast Channel

https://buteykoclinic.com/blogs/buteyko-can-help-with/asthma-breathing-disorders#toc-heading-7